Spargelanbau

Ansprüche des Spargels

Für den Spargelanbau eignen sich leichte, tief durchwurzelbare, humushaltige Sandböden. Sie sind gut zu bearbeiten, erwärmen sich im Frühjahr schnell, führen zu einem frühzeitigen Austrieb und erleichtern das Stechen.
Spargel stellt hohe Anforderungen an eine gleichmäßige, gute Wasserversorgung.
Die Vorbereitung für die Neuanlagen müssen mindestens 1,5 - 2 Jahre vorher beginnen.



Produktions- und Kulturtechnik

Bodenbearbeitung
Für nachhaltige Mehrerträge und eine längere Lebensdauer der Anlagen verlangt der Spargel eine gut durchwurzelbare, lockere Bodenschicht von 80 bis 100cm Tiefe. Deshalb ist es besonders wichtig den Boden gründlich vorzubereiten. Diese Vorbereitungszeit für die Neuanlage eines Spargelfeldes dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Eine Gründüngung ist in dieser Zeit empfehlenswert und der Boden sollte gut mit Nährstoffen, insbesondere mit Humus, angereichert und tief gelockert werden. Die Tiefenlockerung erfolgt in der Regel mit einer Tiefenspatenmaschine.

Pflanzung
Die Pflanzung erfolgt im zeitigen Frühjahr bis zum Austreiben der Pflanzen, also etwa Mitte März bis Mitte April. Der Boden muss im optimalen Pflanzzustand sein. Gepflanzt wird mit einer Pflanzmaschine oder mit der Hand im Reihenabstand von 180cm bis zu 200cm und in der Reihe mit einem Abstand von 33 cm. Die Pflanzen werden ca. 20 cm tief im Pflanzgraben abgelegt. Die Spargelpflanzen werden mit einer dünnen Erdschicht von etwa 8 bis 10cm abgedeckt. In größeren Anlagen hat sich heute die maschinelle Pflanzung durchgesetzt.

Das Pflanzgut
Für die Pflanzung werden einjährige Jungpflanzen aus Lizenzvermehrungsbetrieben verwendet. Die Jungpflanzen sollten mindestens 50g schwer sein, lange kräftige unverletzte Wurzeln und einen guten Kopf haben.
Heutzutage werden fast nur noch Hybridsorten empfohlen. Die Erträge liegen deutlich höher und die Qualitäten sind besser. Die Lebenserwartung der Anlagen ist mit denen der herkömmlichen Sorten vergleichbar.

Pflege und Düngung im Pflanzjahr
Die Bodenbearbeitung im Pflanzjahr dient in erster Linie der Bodenlockerung und der Freihaltung des Bestandes von Unkraut. Die Düngung des Bestandes erfolgt nach einer vorherigen Bodenuntersuchung, wodurch eine umweltgerechte Nährstoffversorgung der Pflanzen gewährleistet ist.

Pflege und Düngung im zweiten Standjahr
Eine Bodenlockerung, die auch eine unkrautregulierende Wirkung hat, wird im zeitigen Frühjahr durchgeführt. Eine Bodenuntersuchung gibt Aufschlussüber den Nährstoffspiegel nach dem Winter. Bei guter Entwicklung im ersten Jahr kann eine zweijährige Anlage für etwa 5-8 Tage angestochen werden. Die Pflegemaßnamen im Sommer erfordern einen sehr hohen Aufwand.
Das Spargelkraut wird Anfang des Winters abgeschnitten und beseitigt oder gehäckselt. Nach dieser Maßnahme werden Winterdämme gezogen.

Die Ertragsanlage
Im Frühjahr werden die Winterdämme mit einer Fräse durchgearbeitet und der Boden gelockert. Sobald die Bodentemperatur an den Knospen 12°C erreicht hat, fangen sie an auszutreiben. Die Aufdämmung erfolgt bei optimalem Bodenzustand. Die Dammhöhe beträgt etwa 35-40cm über der Wurzelkrone. Die Dammoberfläche ist etwa 42cm breit. Die Aufdämmung erfolgt mit Schar-, Scheibenpflügen oder mit Dammfräsen. Unmittelbar nach der Ernte des letzten Spargels wird die Anlage auf etwa 25-30cm abgedämmt.

Ernte und Aufbereitung
Die Ernte beginnt in der Regel Ende April. Durch den Einsatz von Folien kann die Ernte ca. 10 Tage verfrüht werden. Bei guten Neuanlagen kann die Ernte bereits ein Jahr nach der Pflanzung für etwa 5-8 Tagen erfolgen. In dem darauf folgenden Jahr kann die Ernte bis Anfang Juni und im dritten Erntejahr bis maximal 24. Juni (Johannistag) erfolgen. Erst ab dem fünften Erntejahr ist der optimale  Ertrag erreicht.
Jede einzelne Stange muss möglichst auf ganzer Länge mit der Hand freigelegt werden. Mit einem scharfen Spargelmesser wird dann die Stange gestochen. Das Loch wird anschließend mit Erde gefüllt und mit einer Kelle geglättet. Diese Erntetechnik erfordert einen sehr hohen Arbeitsaufwand. Bei gut gepflegten Spargelanlagen werden 3-4 Arbeitskräfte pro Hektar (10000 Quadratmeter) benötigt. Diese Erntekosten machen ca. 40% der Gesamtkosten des Spargelanbaus aus.

Aufbereitung, Kühlung und Lagerung
Nach der Ernte wird der Spargel am Hof sofort gewaschen und nach Größe und Qualität sortiert. Eine sofortige Kühlung verhindert dabei das rötliche Anlaufen des Spargels. Eine rasche Abkühlung in Eiswasser, wie sie in den meisten Betrieben durchgeführt wird, ist besonders vorteilhaft.

Beseitigung einer Altanlage
Spargel bildet im Laufe seiner Standzeit ein stark verzweigtes Wurzelwerk, das eine Tiefe von über 1m erreicht.
Pro Hektar sind im Boden weit über 300 Tonnen Wurzelmasse aufzufinden. Zur Entfernung der Wurzelmasse werden spezielle Wurzelrodegeräte eingesetzt.

Grünspargel - Der Anbau
Als Grünspargel wird im Allgemeinen der Spargel bezeichnet, der nicht in Dämmen kultiviert, unter dem Einfluss des Lichtes grün färbt. Da nicht aus dem Damm gestochen wird, kann Grünspargel auch auf schwereren Böden angebaut werden. Die Bodenbearbeitung und die Pflege im ersten und zweiten Jahr unterscheidet sich nicht von der beim Bleichspargel. Die grüne Farbe wird je nach dem sortenspezifischen Anthozyangehalt, mehr oder weniger überlagert, vom reinen Grün bei Anthozyanfreiheit bis zum dunklen blaugrün bei hohem Gehalt. In Deutschland werden Sorten angebaut, die frei von Anthozyan sind, und sich somit durch eine reine grüne Farbe  auszeichnen.

Die Ernte
Die grünen Stangen werden mit einem scharfen Messer über den Erdboden abgeschnitten. Man lässt sie etwa 20-25cm herauswachsen. Die Ernte ist problemlos, schnell und kann den ganzen Tag durchgeführt werden.
Kalte Witterung verzögert die Grünfärbung der Stangen. Die Erträge liegen um ca. 30% niedriger als im Bleichspargelanbau. Die Lagerung erfolgt am besten aufrecht stehend in halbhohen Eimern, den Fuß leicht im Wasser bei 2 °C.

Bilder Galerie -Spargel-

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